Feiger Anschlag auf libertären Tante-Emma-Laden

Der libertäre „Tante-Emma“ Infoladen in Neustadt/Weinstraße wurde in der Nacht von dem 12. auf den 13.08. Opfer eines feigen Naziangriffs.

Ein Einzeltäter warf um ca. 1 Uhr 3 Außenscheiben des Ladens ein, der verschiedensten Gruppen und Einzelpersonen -von der regionalen FAU-Gruppe bis zum generationsübergreifenden Wohnprojekt „Eilardshof“- Raum für Veranstaltungen, Film- oder Cocktailabende, VoKüs und mehr bietet. Weiterhin wurden einige Aufrufe abgerissen. Größere Schäden konnten dadurch verhindert werden, dass sich der Rechtsradikale durch den Hausbesitzer verjagen ließ.
Auf einer Nazi-Internetseite wird sich mit der Tat gerühmt und von einer engen Zusammenarbeit des freiheitlichen Ladens mit der ALVP geschwafelt, die wahlweise als „Autonome Antifa Vorderpfalz“ oder (richtig) als „Autonome Linke Vorderpfalz“ bezeichnet wird. Die ALVP sei ein „gewaltbereiter Zusammenschluß“ und falle, so wird fleißig weiter fabuliert, „immer wieder durch Übergriffe auf nationale Jugendliche [auf]“. Dem Laden wird gar unterstellt, in ihm würden Nazi-Outings „geplant, vorbereitetet und anschließend durch geführt“. Sogar von „handfesten Übergriffen auf Autos, Häuser und Personen“ weiß man auf der Täter-Seite Bescheid.
Abgesehen von den sprachlichen Verwirrungen („In Treffpunkten der linken Szene werden (…) Outingaktionen (…) durch geführt“- davon wird wohl kaum ausgegangen) fragt sich der geneigte Leser, welche Kristallkugel der Neonazi hier befragt hat, um an diese überraschenden Erkenntnisse zu kommen. Die einzigen Übergriffe, die zu beobachten sind, sind die der bzw. des Nazis.
Es ist zu vermuten, dass der Anschlag in Zusammenhang mit der geplanten Nazidemonstration am 13.08. in Ludwigshafen anlässlich des CSD stand. Der Aufmarsch wurde zwar vom NPD-Anmelder Christian Hehl aufgrund antifaschistischen Drucks abgesagt, allerdings stand diese Absage erst am Morgen des 13.08. fest. (vgl. http://de.indymedia.org/2010/08/287826.shtml)
Bereits am 08.10. 2009 wurde auf mehreren Nazi-Seiten dazu aufgerufen, eine Veranstaltung über Mumia Abu-Jamal, die zeitnah im Infoladen stattfand, zu stören. Weiterhin wurde damals dem „nationalen Widerstand“ ein „regelmässiger Besuch solcher Objekte [empfohlen], um die Genossen, deren Objekte und Strukturen näher kennen zu lernen“.
Die Veranstaltung konnte damals ohne Probleme ablaufen und bis auf einen mehr als dilettantisch durchgeführten Versuch, an Informationen über antifaschistische Aktivitäten zu gelangen, blieb es bis dato bei dem Lippenbekenntnis.
Somit stellt dieser Angriff die Nazi-Störversuche gegen den Infoladen erstmals auf eine aktive, gewalttätige Ebene- wenngleich zu solch einer Aktion wahrlich keine große rechtsradikale Infrastruktur vorhanden sein muss.

Wir lassen uns von solchen feigen Einzelattacken nicht einschüchtern und werden auch weiterhin für eine antifaschistische Intervention und autonome Freiräume einstehen!

Fight Back!

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