Veranstaltung zum 75. Jahrestag der Sozialen Revolution in Spanien 1936

Die Utopie leben!

„Und niemand hatte einen Herrn über sich.“ (George Orwell)

„Am 19. Juli 1936 begann die Hoffnung der Arbeiterklasse auf eine bessere Zukunft. 1939 wurde das einzigartige Experiment beerdigt. Die Totengräber waren der Stalinismus und der Faschismus. Die Demokratien haben die Schaufeln geliefert. Aber die Hoffnung konnten sie nicht begraben.“ (Abel Paz)

Im Sommer 2011 jährt sich die Soziale Revolution in Spanien zum fünfundsiebzigsten Mal.
Im Juli 1936 putschte die Armee unter dem faschistischen General Franco, die anarcho-syndikalistischen ArbeiterInnen leisteten bewaffneten Widerstand. Der spanische Bürgerkrieg begann.

Aber die AnarchistInnen wehrten sich nicht nur gegen die Faschisten, sie begannen sofort mit der Sozialen Revolution. Betriebe wurden beschlagnahmt, die ArbeiterInnen bildeten
Räte und setzten die Selbstverwaltung in Industrie und Dienstleistungen um. Auch die Landwirtschaft wurde kollektiviert.

Und obwohl der kurze Sommer der Anarchie mit einer schrecklichen Niederlage endete, hat die Soziale Revolution in Spanien ihre Faszination nicht verloren. Kein anderer Sommer als der von 1936 hat gezeigt, dass eine bessere Welt, eine libertäre und solidarische Welt ohne Herrschaft, ohne Ausbeutung mit einem Leben in Würde und freier Selbstbestimmung immer möglich ist.
Die Utopie der Anarchie lebt …

Veranstaltung in
Heidelberg,
Mittwoch 29.06.2011, 19.00 Uhr,
Karlstorbahnhof, Gumbel-Raum

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Tipps fürs Wochenende

    29.04.

Aus dem Aufruf:

Im Rahmen der Nazimobilisierung zum 1.Mai in Heilbronn wollen NPD und
Aktivisten des nationalen und sozialen Aktionsbündnis 1.Mai in
Kaiserslautern am 29. April 2011 ein Bundesligaspiel zwischen dem 1.FCK
und St. Pauli ausnutzen. Um 18:30 Uhr wollen sie am Kaiserslauterer
Hauptbahnhof eine Kundgebung abhalten, diese soll sich an die „politisch
Interessierten Fans“ richten.

Ab 17 Uhr findet am Hauptbahnhof eine Gegen-Kundgebung statt.
Ab 19 Uhr startet in der Unikneipe Fatal in Landau im Rahmen der Politik&Feierei-Reihe eine Vortrags- und Diskussionsveranstaltung mit dem Titel „Schulfrei für die Bundeswehr- Friedensbildung statt Militarisierung“.

    30.04.

Für Samstag, den 30.04., empfehlen wir wie immer das Antifaschistische Straßenfest in Heidelberg.

    01.05.

Am 1.Mai wird es morgens eine Revolutionäre Mai-Demo in Karlsruhe geben. Süddeutschlandweit wollen Nazis in Heilbronn aufmarschieren- Letzte Infos über Bustickets und Zugtreffpunkte gibts HIER

Nazi-Veranstaltungen verhindern- eigene Strukturen stärken!
Für einen kämpferischen und revolutionären 1. Mai!

Weitere Infos:
KL: http://nonazis.noblogs.org/
LD: http://www.fatal-ld.de, http://antifalandau.blogsport.de/
HD: http://www.autonomes-zentrum.org/ai/
KA: http://1maikarlsruhe.blogsport.de/

  1. http://nonazis.noblogs.org/ [zurück]
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Neuer Key

Wir sind seit heute unter einem neuen PGP Key zu erreichen. Ihr findet ihn unter Kontakt oder Hier- bitte schreibt uns nicht unverschlüsselt an. Die E-Mailadresse bleibt wie gehabt alvp[at]riseup.net.

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Geschichtsrevisionismus angreifen!

Der NPD-Kreisverband Deutsche Weinstraße versucht in diesem Jahr erneut, seine deutschen Opfermythen zu verbreiten. Sorgen wir dafür, dass den Nazis dies nicht gelingt.

Die Termine im Einzelnen:

Mi, 16.03.: Landau, Stiftsplatz, Ab 20 Uhr
Do, 17.03.: Neustadt/Weinstraße, Ab ca. 20 Uhr
Fr, 18.03.: Bad Dürkheim, Kriegerdenkmal (vor dem Bhf.), 20- 22 Uhr

Geschichtsrevisionismus angreifen!

Folgend der Aufruf der antifa landau:

Alle Jahre wieder? Nicht mit uns! – 16. März 2011 Nazigedenken in Landau sabotieren!

2011 jährt sich die Bombardierung der Pfalz durch die Alliierten am Ende des Zweiten Weltkrieges zum 66. Mal. Wie schon letztes Jahr planen (Neo-)Nazis durch ihre Trauerveranstaltung auf dem Landauer Stiftsplatz am 16. März 2011 die Geschichte erneut umzudeuten: Die Tatsache, dass systematischer Bombenterror gegen Zivilist_innen von den deutschen Faschisten erstmals und massenhaft angewandt wurde (Guernica, Warschau, Rotterdam, London, Leningrad…) und der alliierte Luftkrieg nur als Reaktion auf die feigen und barbarischen Angriffe der Luftwaffe zu verstehen ist, wird geleugnet – stattdessen ist in geschichtsrevisionistischer Manier vom „Bombenholocaust“ die Rede. Aussagen wie diese setzen den millionenfachen Mord an europäischen Jüdinnen und Juden mit der unvermeidlichen Abwehr des deutschen Angriffskrieges gleich. Die deutsche Täterschaft wird verharmlost, die wahren Opfer ausgeblendet!

Doch auch dem bürgerlichen Gedenken, welches sich stets um Abgrenzung zu den Nazis bemüht, ist die Verharmlosung Nazideutschlands immanent. Die Fokussierung auf Einzelschicksale verstellt durch Emotionalisierung den objektiven Blick auf den geschichtlichen Verlauf. So können auch hier schnell aus Täter_innen Opfer werden. Die breite Mitarbeit der deutschen Bevölkerung am Angriffskrieg Deutschlands und an der Entrechtung und Deportation der Juden und Jüdinnen wird dabei verdrängt.

In einem ähnlichen Licht ist auch das Ausweichen der Landauer Stadtoberhäupter samt ihrer „Gegen“-Gedenkveranstaltung auf den Rathausplatz zu sehen. Konsequenterweise sind somit beide Formen des Gedenkens abzulehnen – es sind die wahren Opfer von Faschismus und Krieg, derer gedacht werden muss!

Voraussichtlich ab 20 Uhr wollen die Faschist_innen ihre Jammerveranstaltung auf dem Landauer Stiftsplatz mit Fackeln und grauenvoller Musik abhalten…doch dies werden sie nicht ohne spürbare antifaschistische Intervention über die Bühne bringen! Dafür werden wir gemeinsam sorgen…

Gegen deutsche Opfermythen und jeden Geschichtsrevisionismus!
Für eine antifaschistische Erinnerungskultur!

Alerta Antifascista!

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Verhindern wir 1, 2, viele Nazi-Kundgebungen!

Die NPD-Kundgebung in Böhl-Iggelheim am kommenden Samstag, den 5.3., ist Teil einer Tour zur bevorstehenden Landtagswahl am 27.3., die unter dem Label ‚Aktionstag Pfalz‘ stattfinden soll.
Unter Leitung von Christian Hehl werden an diesem Tag voraussichtlich 20-40 Nazis mit dem Zug der Reihe nach die Stationen Ludwigshafen, Böhl-Iggelheim, Hassloch, Neustadt/Weinstraße, Hochspeyer und Kaiserslautern anfahren, um jeweils in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs eine Kundgebung abzuhalten.

Folgende Uhrzeiten und Orte sind von den Nazis angemeldet:

Ludwigshafen ca. 11.30 Uhr
Böhl-Iggelheim 12.30-14.00 Uhr, Bahnhofstraße/Ecke Schillerstraße
Hassloch 13.00-14.30 Uhr, Bahnhofsvorplatz
Neustadt 14.30-15.00 Uhr, Saalbau
Hochspeyer 15.30-17.00 Uhr, Buswendeplatz vor dem Bahnhof
Kaiserslautern ca. 16.30 Uhr, Bahnhofsvorplatz

In Kaiserslautern gibt es ab 16.00 Uhr eine angemeldete Mahnwache am
Bahnhofsvorplatz. Weitere Gegenveranstaltungen sind in Planung.
Aber ob mit oder ohne Anmeldung: Gebt diese Infos weiter, seid vor Ort,
macht Krach, fahrt Zug…lasst euch was einfallen.

Verhindern wir 1, 2, viele Nazi-Kundgebungen!

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Landtagswahl 2011: Antifa-Broschüre zur NPD

Zum und gegen den Wahlkampf der NPD zur Landtagswahl 2011, in dessen Rahmen am 05.03. eine Kundgebung in Böhl-Iggelheim stattfinden soll, haben Autonome Antifaschist_innen eine Broschüre veröffentlicht.
Die darin enthaltenen Informationen geben einen aktuellen Überblick über rechtsradikale Umtriebe in Rheinland-Pfalz, vor allem in den Strukturen der NPD.

Die Broschüre, an deren Entstehen auch die ALVP mitwirkte, könnt ihr euch unter folgendem Link ansehen und downloaden (zum Download anklicken):
NPD-Strukturen 2011 in RLP.pdf

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NPD-Kundgebung in Böhl-Iggelheim verhindern!

Die NPD Vorderpfalz will am 05.03. in Böhl-Iggelheim ab 12.30 Uhr eine Kundgebung mit mehreren Rednern unter dem Motto „Becks US-Freunde morden! Frieden jetzt!“ durchführen. Der Anmelder ist wieder einmal Christian Hehl.

Lasst uns diese als Wahlkampfveranstaltung getarnte Menschenfeindlichkeit verhindern!
Do it like Dresden!

Weitere Infos folgen.

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No Pasarán- Kein Naziaufmarsch! Februar 2011 Dresden

Wir unterstützen und verbreiten hiermit den Aufruf des No Pasarán- Bündnisses anlässlich des geplanten Naziaufmarsches im Februar in Dresden. -> Weitere Infos bei No Pasarán.

NAZIS BLOCKIEREN – EXTREMISMUSQUATSCH UND OPFERMYTHEN BEKÄMPFEN

Am 13. Februar 2010 haben wir in Dresden mit entschlossenen Blockadeaktionen den größten und wichtigsten Naziaufmarsch Europas in Dresden verhindert. Wir haben den Rahmen des symbolischen Protests verlassen und mit der Aktionsform Massenblockade den kollektiven Ungehorsam auch nach Dresden getragen. Mit Tausenden von Menschen, haben wir den Ort der Auftaktkundgebung der Nazis umzingelt und konnten so den Naziaufmarsch verhindern. Die Nazis mussten völlig frustriert die Heimreise antreten.

Auch im kommenden Februar werden wir den geplanten Naziaufmarsch in Dresden verhindern. Dazu werden wir wieder mit Tausenden von Menschen Massenblockaden errichten und mit allen solidarisch sein, die unser Ziel der Verhinderung des Aufmarsches teilen.

Der alljährlich als Trauermarsch inszenierte Großaufmarsch stellt mit zuletzt über 6.000 TeilnehmerInnen den größten Naziaufmarsch Europas dar. Aber er ist nicht nur wegen seiner Größe relevant, sondern auch wegen seiner Ausstrahlungswirkung ins europäische Ausland und seiner Binnenwirkung in die verschiedenen, sonst oft zerstrittenen Spektren der Nazis. Autonome Nationalisten, NPD, DVU, der ganz rechte Rand von Burschenschaften und Verbänden sowie Nazis aus anderen europäischen Ländern kamen zusammen und konnten sich gemeinsam als mächtige Bewegung darstellen und erleben.

Dresden, Deutschland – alles Opfer ?!?

Der Naziaufmarsch in Dresden zeigt darüber hinaus auch besonders deutlich, dass bestimmte geschichtspolitische Diskurse der gesellschaftlichen Mitte anschlussfähig für Nazipropaganda sind.

Die Nazis versuchen – der NS-Propaganda folgend –, die Bombardierung zu einem „Völkermord aus der Luft“ zu stilisieren. In gewisser Weise knüpfen sie damit an gesamtdeutsche und Dresdener Diskurse zur Bombardierung Dresdens im Februar 1945 an. Dresden war und ist ein zentrales Motiv für das Leiden der „unschuldigen Zivilbevölkerung“ geworden, für ein Geschichtsbild also, in dem auch die Deutschen während des Nationalsozialismus vor allem Opfer waren.

Der „Mythos Dresden“ handelt von einem „sinnlosen Angriff“ auf eine „unschuldige Kulturstadt“ („Elbflorenz“) und ihre Zivilbevölkerung, bis hin zu angeblichen Tieffliegerangriffen auf ZivilistInnen. Diesem „sinnlosen Vernichtungswahn“ seien Hunderttausende zum Opfer gefallen. Doch Dresden war keine unschuldige Stadt. Dresden war, wie alle deutschen Städte, eine nationalsozialistische Stadt. Auch die Dresdener Bevölkerung hat das nationalsozialistische Regime und damit dessen Verbrechen mitgetragen. Zudem war Dresden Garnisonsstadt und ein wichtiger logistischer Knotenpunkt in Richtung Osten.

Dennoch ist der „Mythos Dresden“ seit jeher im deutschen Geschichtsdiskurs fest verankert. Die Nazis nutzten schon 1945 die Bombardierung für ihre Propaganda eines „Vernichtungskriegs gegen Deutschland“, um die Deutschen zum fanatischen Endkampf anzustacheln. Die BRD-Geschichtsschreibung knüpfte hieran an, das Dresden-Buch des Holocaustleugners David Irving stand als Standardwerk in vielen westdeutschen Wohnzimmern. Die Haltung in der sowjetischen Zone stellte sich nach Kriegsende zunächst deutlich anders, hier wurde die Zerstörung als Resultat des deutschen Angriffskrieges anerkannt. Später jedoch erklärte die DDR-Führung die Zerstörung Dresdens zur antisowjetischen Machtdemonstration der Westalliierten, denen im Februar 1945 bereits klar gewesen sei, dass Dresden zur sowjetischen Besatzungszone gehören würde. Dabei übernahm die DDR auch Teile der NS-Propaganda, insbesondere die grotesk überhöhten Todeszahlen. Ihre Interpretation, die die antiimperialistische Frontstellung im „Kalten Krieg“ unterstützen sollte, verfestigte den Opfermythos in Dresden. Auch in den 90er-Jahren blieb zunächst das verbreitete Bild der „verbrecherischen“ Bombardierung mit hunderttausenden Toten bestehen.

Ab Anfang der 90er geriet der 13. Februar in das Blickfeld organisierter Nazis, die zunächst ungestört an den Trauerfeierlichkeiten teilnehmen konnten. Anfangs mischten sie sich unter die BürgerInnen vor der Frauenkirche, 2000 gab es den ersten größeren Aufmarsch der „Jungen Landsmannschaft Ostpreußen“ (JLO) mit 500 TeilnehmerInnen. Auch diesem Aufmarsch wurde fast kein politischer Widerstand entgegengebracht. Dadurch ermutigt und mit der Erfahrung, an den herrschenden bürgerlichen Gedenkdiskurs anknüpfen zu können, kamen in den folgenden Jahren immer mehr Nazis nach Dresden. 2009 fand der bislang größte Aufmarsch mit mehr als 6.000 TeilnehmerInnen statt. Daneben beteiligten sich die Nazis an den offiziellen Feierlichkeiten am Dresdener Heidefriedhof, wo sie lange Zeit Seite an Seite mit bürgerlichen Parteien und Verbänden Kränze ablegen konnten. Auch 2010 fand das Gedenken auf dem Heidefriedhof im Beisein der sächsischen NPD-Fraktion sowie ca. 80 anderer Nazis statt, die allerdings nach Ende des offiziellen Aktes zum Kranzabwurf schreiten konnten.

Tote leben länger – Mythos bleibt Mythos

In den letzten Jahren zeigt sich das Dresdener Gedenken deutlich moderner – nicht zuletzt auch nachdem antifaschistische Initiativen die Naziaufmärsche thematisiert hatten. So führte die Beauftragung einer unabhängigen Historikerkommission zur Untersuchung der Angriffe durch die Stadt Dresden zu einer teilweisen Versachlichung der sehr emotionalisierten Debatte. Seit dem wird auch offiziell von 22.700-25.000 Toten durch die Bombardierung gesprochen. Anstatt nur auf die eigene Opferrolle abzustellen, kam und und kommt es zu einer stärkeren Betonung der deutschen Verbrechen; diese werden allerdings immer nur zur Erklärung der Ursachen der Bombardierung genannt und verblassen damit hinter dieser.

Zentral ist und bleibt die Metapher von Dresden als „Opfer des Krieges“; die Stadt wird mit Stätten deutscher Verbrechen wie Coventry, Warschau oder Auschwitz in eine Reihe gestellt. Die Metapher vom „Krieg“ als grausame Ausnahme von der Zivilisation erlaubt es, die deutsche Schuld an Vernichtungskrieg und Holocaust hinter der Inszenierung als Opfer des Krieges verschwinden zu lassen. Gleichzeitig kann Dresden sich „weltoffen“ geben und die wiederaufgebaute Frauenkirche als ein Symbol für eine geläuterte Stadt präsentieren, die die Vergangenheit auch materiell bewältigt hat. Für dieses modernisierte Gedenken dient der Nazi-Aufmarsch als willkommene Möglichkeit zur Abgrenzung und zum Beweis der eigenen Läuterung. Ein Ausdruck hiervon war die von der Oberbürgermeisterin Helma Orosz organisierte Menschenkette am 13. Februar 2010, die gleichzeitig der „Opfer des Krieges“ gedenken und ein „Zeichen gegen Rechtsextremisten“ setzen sollte.

Dresden bleibt also auf den 13. Februar und die eigene Opferidentität fixiert. Den Opfern der Bombardierungen wird in mehreren Veranstaltungen mit hoher PolitikerInnendichte gedacht. Ein vergleichbares Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus findet hingegen kaum statt – weder am 8. Mai (Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus), dem 27. Januar (Jahrestag der Befreiung von Auschwitz) noch am 9. November (Jahrestag der Reichspogromnacht). Schließlich zeigt auch die aktuelle Debatte um ein neues Denkmal für die Opfer des 13. Februar auf dem zentralen Altmarkt, dass der Kern des modernisierten Gedenkens auch immer noch der Dresdener Opfermythos ist.

Erinnerungsweltmeister mit militärischer Machtpolitik

Der geschichtspolitische Diskurs um den „Mythos Dresden“ kann dabei, trotz einiger lokaler Besonderheiten, als perfektes Beispiel für die gesamtdeutsche Geschichtspolitik stehen. Denn auch die bundesweiten Eliten streiten seit längerem dafür, weniger über deutsche Schuld und mehr über deutsche Opfer zu sprechen. ZDF-Zweiteiler, Spiegel-Artikel, populärhistorische Bücher; Vertriebene, Dresden, Gustloff – seit über zehn Jahren werden wir immer und immer wieder mit deutschem Leid bombardiert, und das Ganze auch beim zehnten Bestseller-Buch noch mit der Attitüde des mutigen Tabubruchs.

Neben der Betonung der deutschen Opfer gibt es aber noch einen zweiten Aspekt deutscher Geschichtspolitik, der auf dem Bild des „geläuterten Deutschlands“ aufbaut, das seine Geschichte erfolgreich „aufgearbeitet“ habe. Spätestens seit der rot-grünen Bundesregierung wird so durchaus wieder an deutsche Schuld erinnert – wenn man diese Erinnerung im Sinne deutscher Machtinteressen wenden kann. Gerade wegen seiner Schuld an Vernichtungskrieg und Shoah und wegen der vorbildlichen „Aufarbeitung“ dieser Schuld sei Deutschland nun dazu prädestiniert, in Europa und der Welt dafür zu sorgen, dass „so etwas nie wieder passiert“ – und das natürlich auch mit militärischen Mitteln. Ein solcher Diskurs lässt sich für die Normalisierung des Militärischen und die Militarisierung nach innen nutzbar machen, und das machen die deutschen Eliten in perfekter Arbeitsteilung: Die Teilnahme an der Bombardierung Jugoslawiens 1999 wurde noch unter Verweis auf Auschwitz und mit den Tränen ex-pazifistischer grüner Bundestagsabgeordneter verkauft, die „doch irgendetwas dagegen tun“ mussten. Inzwischen ist die deutsche Teilnahme an Kriegshandlungen so selbstverständlich geworden, dass als Begründung die „Verteidigung deutscher Interessen“ ausreicht. Die schwarz-gelbe Koalition kann nun verstärkt daran arbeiten, den Militarismus auch im Alltag zu verankern – mit Jugendoffizieren an den Schulen, noch mehr Gelöbnissen in der Öffentlichkeit und „Heldengedenkfeiern“ für getötete Soldaten.

Von Hufeisen und Extremismusquatsch

Gleichzeitig werden diejenigen, die sich gegen eine solche Politik wehren und die aus der historischen deutschen Schuld ganz andere Schlüsse ziehen wollen, mit der Extremismusdoktrin bekämpft. Diese sieht „Linksextremisten“ und „Rechtsextremisten“ als gleichwertige Bedrohungen für die „demokratische Mitte“ an, die gleichermaßen bekämpft werden müssen und die einander näher stehen als der Mitte. Diejenigen, die sich nicht nur aktiv gegen Nazis stellen sondern auch den Rassismus der Mitte, ein auf Ausbeutung basierendes Wirtschaftssystem und die Einteilung der Menschen in „nützlich“ und „unnütz“ angreifen, sollen also letztlich auch nicht anders sein als die Nazis.

Bei der Umsetzung dieser absurden These sind die sächsischen Behörden ganz vorne mit dabei. Das zeigte sich z.B. Anfang 2010 mit dem Versuch der Kriminalisierung von „Dresden Nazifrei“. Die Staatsanwaltschaft ließ mehrere Objekte durchsuchen, um Mobilisierungsmaterial sicherzustellen. Der legitime Aufruf zum Blockieren des Naziaufmarsches wurde zum Aufruf zu Straftaten erklärt.

Ein besonders anschauliches Beispiel, wie reaktionäre Geschichtspolitik mit dem Mantel der „Extremismusbekämpfung“ verdeckt wird, ist das neue Sächsische Versammlungsgesetz, das „Extremisten in Sachsen deutliche Grenzen setzen“ soll. Das Gesetz verbietet u.a. Demos, die „Organe oder Vertreter der nationalsozialistischen oder kommunistischenGewaltherrschaft als vorbildlich oder ehrenhaft darstellen.“ Es stellt damit die Rote Armee mit SS-Verbänden, also die Befreier von Auschwitz mit den Betreibern von Auschwitz, auf eine Stufe – eine glasklare NS-Verharmlosung in Gesetzesform. Am 13. und 14. Februar können sämtliche Demonstrationen an der Frauenkirche und in Teilen von Alt- und Neustadt verboten werden – so soll „würdevolles und friedliches Gedenken an die Opfer und Zerstörung Dresdens“ gegen „Randale und Ausschreitungen rechts- und linksextremistischer Gewalttäter“ geschützt werden. Das ist eine deutliche Ansage: In Dresden will man gefälligst weiter ungestört den eigenen, „guten“ Opferdiskurs pflegen und sich allenfalls mit Menschenketten symbolisch vom „bösen“ Opferdiskurs der Neonazis abgrenzen.

Dabei werden dann die Aktionen von Dresden Nazifrei und no pasarán, die sich aktiv gegen den Neonazi-Aufmarsch stellen und dabei auch den Dresdener Opfermythos kritisieren, als genauso störend empfunden wie die menschenverachtende Propaganda der Neonazis.

Wir stören gerne

An diesen Erfolg werden wir im Februar 2011 anknüpfen und mit Tausenden von Menschen den zentralen Aufmarsch der Nazis in Dresden stoppen. Wenn uns dies zum zweiten Mal in Folge gelingt, haben wir einen großen Schritt dazu getan, dieses Nazi-Großevent auf Dauer zu knacken, weil etliche der „Kameraden“ nicht für Spontandemos und Katz-und-Maus-Spielchen mit der Polizei anreisen werden. Und wenn Dresden den Nazis nicht mehr die Gelegenheit bietet, sich als große Bewegung zu präsentieren und zu fühlen, wird die Mobilisierungsfähigkeit nach Dresden weiter sinken.

Wir werden uns aber nicht nur ganz praktisch gegen den Naziaufmarsch stellen. Wir werden uns in Zusammenarbeit mit unseren Dresdener BündnispartnerInnen auch weiter in die Diskurse vor Ort einmischen und deutlich Stellung beziehen gegen Dresdener und deutsche Opfermythen und gegen die absurde Extremismusdoktrin.

Gegen deutsche Opfermythen – gegen Extremismusquatsch
Gemeinsam den Nazi-Aufmarsch in Dresden blockieren – no pasarán!

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Böhl-Iggelheim: Update

Es regt sich trotz der kurzen Mobilisierungszeit Widerstand in der
Provinz: Während sich der Böhl-Iggelheimer Gemeinderat zum kollektiven
Däumchendrehen entschloss, ruft der DGB Ortsverband Böhl-Iggelheim zu
einer Mahnwache am 18.11. auf, die auf dem Parkplatz der Gemeindeverwaltung (Straße am Schwarzweiher 7) ab 17 Uhr stattfinden
soll (Der Parkplatz liegt zwischen dem Gebäude der Gemeindeverwaltung
und der Rückseite der Peter-Gärtner-Schule im Ortsteil Iggelheim. Der
Platz und die Mahnwache sind beim Ordnungsamt Böhl-Iggelheim beantragt. Eine Bestätigung steht allerdings z.Z. noch aus1).

Kurz danach, voraussichtlich ab 18 Uhr, wollen die Neonazis um den NPD
Kreisverband Vorderpfalz und das AB-Rhein-Neckar einen Trauermarsch vom Bahnhof Böhl-Iggelheim zum Gedenkstein für das ehemalige
Kriegsgefangenenlager der US-Armee durchführen (Anmelder ist wie zu
erwarten war Christian Hehl).
Der geplante Aufmarsch ist Teil der revisionistischen
„Rheinwiesenlageraktionswoche“, in deren Rahmen die NPD/JN bereits am vergangenen Wochenende im benachbarten Hassloch aktiv wurde und die in einer Nazi-Demo am kommenden Samstag in Remagen enden soll.

Da es in der letzten Zeit beinahe täglich zu rechtsradikalen
Veranstaltungen in der Vorderpfalz kommt, ist es für uns besonders
wichtig, am Donnerstag präsent zu sein und den Nazis zu zeigen, was wir
von ihrer Geschichtsumdeutung halten.

Kein Fußbreit den Faschisten.. auch nicht im Hinterland!

ALVP

  1. Eine evtl. Änderung der Uhrzeit wird so zeitnah wie möglich hier veröffentlicht. [zurück]
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Nazidemo in Böhl-Iggelheim am 18.11. verhindern!

Am Donnerstag,den 18.11., planen Nazis, vermutlich aus dem Freie
Kameradschafts Spektrum/Christian Hehl Umfeld eine Kundgebung in
Böhl-Iggelheim an dem Gedenkstein (http://tinyurl.com/2vxy5×6 ), der
bereits in den letzten Jahren (so auch dieses Jahr) im Frühjahr Ziel von
Nazidemonstrationen war.
Die Gemeinde sperrt sich gegen Protestaktionen (Rheinpfalz-Artikel vom 13.11.).

Nähere Infos zu Uhrzeit etc. sind uns derzeit noch nicht bekannt,
trotzdem rufen wir, insbesondere angesichts vermehrter Naziaktivitäten
in der Vorderpfalz in den letzten Wochen, dazu auf, das „Heldengedenken“
zu verhindern.

Wir halten euch auf dem laufenden.
Es gibt kein ruhiges Hinterland!

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